Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht

Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht

Am 19. September finden unter dem Motto „Mein Körper – mein Leben – meine Verantwortung“ eine Demo, Kundgebung und weitere Aktionen für „leben und lieben ohne Bevormundung statt.  Auftaktkundgebung um 11:30 Uhr am Brandenburger Tor, Abschlussveranstaltung ab 15:30 Uhr am Gendarmenmark:

Anreise: Zum Pariser Platz kommt ihr am Samstag am besten von Norden und Osten, da der komplette südliche und westliche Teil des Platzes vermutlich abgesperrt sein wird:

Mit U55/S1/S2/S25 bis Haltestelle S+U Brandenburger Tor: Von dort direkt zum Pariser Platz am Brandenburger Tor.

Zu Fuß: Über den nördlichen Teil der Ebertstraße, von Unter den Linden über den Pariser Platz.

Wichtig: Über die Straße des 17. Juni oder den südlichen Teil der Ebertstraße sowie den Tiergarten wird es sehr wahrscheinlich schwer werden, auf den Pariser Platz zu kommen. Deshalb versucht, einen der oben oben beschriebenen Wege zu wählen.

Wir freuen uns auf euch!


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Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

Bündniserklärung

Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

Leben und lieben ohne Bevormundung

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Jedes Jahr im September startet vor dem Bundeskanzleramt in Berlin ein „Marsch für das Leben“. Christliche Fundamentalist*innen fordern dabei das totale Verbot des Rechts auf einen Schwangerschaftsabbruch und die Bestrafung von Frauen und Ärzt*innen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Sie wollen eine Stimmung schaffen, in der dieser als unmoralische Handlung oder sogar als Mord gilt und gesellschaftlich geächtet wird. Sie machen, unterstützt von christlich-demokratischen Politikern und der rechtspopulistischen AfD, gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung mobil. Sie sind in ganz Europa vernetzt und aktiv.

Die Teilnehmer*innen des Marsches vertreten ein rückständiges Weltbild, in dem der Schwangerschaftsabbruch als eine „vorgeburtliche Kindestötung“ dargestellt wird. Sie sprechen von „Babycaust“ und relativieren so den nationalsozialistischen Holocaust. Ihr Begriff des „Lebensschutzes“ beinhaltet die totale Kontrolle über Frauen und die Rekonstruktion der „alten Ordnung“ mit der „heiligen Familie“. Mädchen und Frauen soll die Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben und ihren Körper genommen werden. Jede nicht traditionelle Form der selbstbestimmten Lebensweise wird von ihnen diffamiert und bedroht.

Die in Deutschland gelebte Realität sieht jedoch anders aus. Wir leben in vielfältigen selbst gewählten Zusammenhängen, in Patchworkfamilien, als gleichgeschlechtliche Paare, als lleinerziehende, in zeitweiliger Partnerschaft, in Wohngemeinschaften, mit und ohne (eigene) Kinder.

Die Gegner*innen des Rechts auf einen Schwangerschaftsabbruch organisieren militante Aktionen wie „Gehsteig-Beratungen“ vor medizinischen Einrichtungen und schüchtern Frauen ein, die Hilfe suchen. Sie verbreiten Lügen über den Schwangerschaftsverlauf und über biologische Fakten. Sie diffamieren Mediziner*innen als „Massentöter“, verleumden Fachkräfte auf Internetseiten und versuchen – wie in Stuttgart – die Eröffnung entsprechender medizinischer Einrichtungen zu verhindern. Sie üben – wie in Nordrhein-Westfalen – Druck auf Kliniken aus, sodass nach einer Vergewaltigung weder Untersuchungen noch ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden. Sie machen – wie in Baden-Württemberg – gegen eine offene Sexualaufklärung an Schulen mobil.

Es ist deshalb an der Zeit, diesen Kräften und reaktionären Weltanschauungen entgegenzutreten und ihren zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu stoppen.

Wir fordern

  • eine geschlechter- und kultursensible Sexualaufklärung für alle
  • Informationen und den Zugang zu Verhütung:  Verhütungsmittel als Kassenleistung
  • die kostenfreie Vergabe der „Pille danach“
  • den uneingeschränkten Zugang zum legalen Schwangerschaftsabbruch und die Streichung des §218 aus dem Strafgesetzbuch
  • die vollständige Anerkennung aller Formen des Zusammenlebens
  • soziale und ökonomische staatliche Unterstützung und die notwendige Infrastruktur für alle, die  sich  für  ein  Kind  entscheiden,  damit  sie  ihre  eigene  Lebensplanung  aufrecht  erhalten können

Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht! Wir rufen die Bundesregierung und die Parteien auf, dafür zu sorgen, dass alle ohne Diskriminierung über ihre Familienplanung und ihr Sexualleben entscheiden können und bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt werden, unabhängig von ihrer Herkunft, sexuellen und geschlechtlichen Orientierung oder sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Situation.

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
Weitere Infos:  http://www.sexuelle-selbstbestimmung.de/

 

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