Griechenland überholt Deutschland bei LSBT-Rechten

Griechenland überholt Deutschland bei LSBT-Rechten
Der Ländervergleich zeigt: Im Westen sieht es bei LGBT-Rechten weit besser aus als in Mittel- oder Osteuropa
Bild: ILGA Europe

Deutschland rutscht in der Liste der LGBT-freundlichsten Länder Europas erneut um einen Platz nach hinten und liegt nun auf Rang 16. An erster Stelle befindet sich weiterhin Malta.

Die LGBT-Organisation ILGA Europe hat am Dienstag den Bericht „Rainbow 2016“ vorgestellt. Darin wird anhand dutzender Kriterien die rechtliche Lage von LGBT ausgewertet. Laut den Zahlen liegt Deutschland unter 49 Staaten auf dem 16. Platz. Im Vergleich zum letzten Jahr fiel die Bundesrepublik damit um einen Platz zurück. Dabei wurde die Berliner Republik von Griechenland überholt, das von der Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften profitierte (queer.de berichtete).

Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ging es in den letzten Jahren nach unten: Vor sechs Jahren hatte sich Deutschland noch über einen elften Platz freuen können.

In der aktuellen Liste liegt wie im Vorjahr Malta auf dem ersten Rang, gefolgt von Belgien, das mit Großbritannien den Platz getauscht hat. Auf den folgenden Plätzen befinden sich Dänemark, Spanien, Portugal und Finnland.

Österreich weiterhin vor Deutschland

Österreich ist auf Rang 13 das beste deutschsprachige Land. Die Alpenrepublik konnte sich damit im Jahresvergleich um einen Platz verbessern. Die Schweiz stieg noch weiter auf: Sie sprang vom 31. Platz im vergangenen Jahr auf Rang 23. Liechtenstein rutschte dagegen um einen Platz ab und liegt nun auf Rang 38.

Ganz unten hat sich wenig getan: Den letzten Platz hat weiterhin Aserbaidschan inne, gefolgt von Russland, Armenien und der Türkei.

Im Länderbericht Deutschland (PDF) weist ILGA-Europe darauf hin, dass sich der Druck auf die Bundesregierung, LGBT gleichzustellen, „exponentiell“ erhöht habe. „Die Bevölkerung scheint in der Frage der Ehe-Öffnung weiter zu sein als die regierende Koalition“, konstatieren die Autoren. Als besonders negatives Beispiel für die politische Debatte wurde die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) genannt, weil sie vergangenes Jahr die Ehe für alle in die Nähe von Inzest und Polygamie gerückt hatte (siehe queer.de-Homogurke).

Die „Rainbow Europe“-Liste wird jedes Jahr nach einem festen Schlüssel errechnet. Die Familienpolitik macht dabei den größten Anteil aus – sie fließt mit 27 Prozent ins Gesamtergebnis ein (detaillierte Aufschlüsselung). (dk)

Links zum Thema:
» rainbow-europe.org
» Gesamter Bericht (PDF)
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